Dabei ist der Federweg nicht gleich der Federhub! Der Federweg bildet sich nämlich durch die Bewegung der Schwinge. Ein Dämpfer mit einem Hub von 40mm kann einen unterschiedlichen Federweg bilden, je nachdem mit welcher Schwinge er 'zusammenarbeitet'. 80mm Federweg sollte schon vorhanden sein. Freerider oder Downhillbikes können auch mal mehr als 200mm haben. Von Jahr zu Jahr wird das mehr. Aber irgendwann wird auch da die Grenze erreicht sein. Bike mit einem Meter Federweg? Braucht kein Mensch. Aber abwarten...
Die Vorspannung lässt sich durch Drehen der "großen Mutter" ändern - also der auf dem Gewinde des Dämpfergehäuses angebrachten Platte, an der sich die Feder abstützt. Die Zugstufe, sofern veränderbar, wird durch eine kleinere Mutter auf ähnliche Weise beeinflusst - ebenso die Druckstufe. Ggf. gibt es auch noch eine "Plattform", sprich eine Einstellmöglichkeit die das Einfedern erst bei einem gewissen Kraftaufwand erlaubt. Sozusagen ein "intelligenter" Lockout. Gerade bei Bikerahmen die zum Wippen - insbesondere im Wiegetritt - neigen, macht so eine Plattform Sinn. Ein "normaler" Lockout mit vollständiger Arretierung verhindert das Wippen zwar auch, muss allerdings nach dem Uphill auch manuell wieder geöffnet werden. Sonst bockt es ordentlich beim wurzeligen Downhill.
Die Vorspannung lässt sich durch Ändern des Luftdrucks variieren. Die Zug- und Druckstufe wie beim Stahlfederdämpfer durch ein kleines Rädchen ;-). Bei Luftdämpfern gibt es je nach Dämpfertyp eine Positiv- und eine Negativ-Luftkammer - wobei ein Einstellrädchen fehlen kann. Je höher der Druck in der Positivkammer ist, umso mehr Kraft zum Einfedern wird benötigt. Der 'Losbrechpunkt' kann durch den Druck in der Negativkammer variiert werden. Zugstufe also. Und wie beim Stahlfederdämpfer gibt es bei manchen Luftdämpfern auch eine "Plattform" oder normalen Lockout für eine Arretierung des Dämpfers.
Stahlfederdämpfer sind robuster aber schwerer und in der Regel nur noch an Bikes für's Grobe zu finden - oder an sehr preisgünstigen Rädern. Luftdämpfer sind grundsätzlich Standard und mittlerweile ebenso zuverlässig. Zumindest bei hochwertigen Dämpfern sind früher durchaus häufiger vorkommende Luftverlustprobleme nicht mehr anzutreffen.
Er sollte sowohl fein ansprechen - also nicht erst bei dicksten Bodenwellen - aber auch nicht dem Hinterbau beim Pedalieren ein Wippen bescheren. Die Kunst ist es, hier den richtigen Kompromiss zu finden indem die Vorspannung und ggf. vorhandene Druckstufe entsprechend angepasst werden. Die Zugstufe lässt sich so verändern, dass der Dämpfer nach dem Einfedern entweder schnell oder langsam wieder ausfedert. Bei sehr ruppigen Pisten sollte er möglichst schnell wieder ausfedern um beim nächsten Schlagloch wieder den vollen Federweg zur Verfügung zu haben. Je langsamer der Dämpfer ausfedert umso komfortabler aber auch träger ist das Setup weil der Hinterbau nicht "hochschnackt".
Test für ein ausgewogenes Standardsetup: Setz Dich wie 'ein nasser Sack' auf's Bike, Füsse nicht auf die Pedale stellen und roll einen Bordstein runter. Der Dämpfer/ Hinterbau darf einmal nachwippen, dann muss Ruhe im Fahrwerk sein.
Als "Sag" wird der Negativfederweg bezeichnet. Du hast sicher schon mal ein Auto beobachtet, das auf einer Hebebühne oder mit einem Wagenheber angehoben wurde. Lösen sich die Reifen hier sofort vom Boden? Nein. Erst nach einem ganzen Stück anheben. "Schuld" ist auch hier der Sag. Die Federung soll ja nicht nur bei Erhebungen im Trail sondern auch Löchern und Rinnen den Bodenkontakt des Reifens beibehalten. Ohne Sag könnte der Dämpfer das Rad in diesem Fall nicht nach unten drücken, es hinge in der Luft bis die Schwerkraft es nach unten zieht. Um das zu verhindern, sollte der Sag zwischen 10 und 20 % des Dämpferhubs/ Federwegs ausmachen. Manche modernen Dämpfer/ Hinterbauten bieten entsprechende Skalen. Wenn das bei Deinem Bike nicht der Fall ist, gehst Du so vor - am besten mit einer zweiten Person:
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