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Bike-Setup

Federgabel

Eine Federgabel sollte bei keinem Mountainbike fehlen. Denn selbst auf Forstwegen lässt sich ein erheblicher Komfortunterschied zwischen Starr- und Federgabel feststellen. Gleichzeitig erhöht eine Federgabel die Traktion. Wie beim Auto. Die gibts auch nicht ohne 'Federung' oder?

Welche Federgabel für Dich die richtige ist, kommt auf Deinen Fahrstil und den Einsatzzweck des Bikes an. Der Federweg sollte für Racer bei mind. 80mm liegen, 100mm sind aber mittlerweile Standard. Dabei gilt: je forscher der Fahrstil, desto mehr Federweg ist gefragt. Bei Freeridern oder Downhill-Bikes sind das dann auch mal 270mm (!)... Wer aufs Gewicht schaut, greift eher zu Federgabeln, die mit Luftdruck statt Stahlfeder und Öl gedämpft werden.

Einstellmöglichkeiten

Zumindest die Vorspannung sollte man von außen auf sein Gewicht und seinen Fahrstil einstellen können. Wenn auch die Zugstufe auf diesem Weg einstellbar ist, umso besser. Weitere Möglichkeiten bieten sich evtl. durch Hardride oder Softride Kits mit härteren oder weicheren Stahlfedern. Bei Federgabeln mit Öl läßt sich durch einen Wechsel auf ein Öl mit anderer Viskosität nachbessern. Luftfedergabeln lassen sich natürlich per Druckveränderung einstellen.

Was eine vernünftige Gabel mit einstellbarer Vorspannung und Zugstufe noch besser macht:

  • Druckstufe um das Ansprechverhalten zu variieren
  • variabler Federweg (entweder intern verstellbar oder per Systemen wie U-Turn, ETA, usw.)
  • LockOut für ein vollständiges Blockieren gegen Wippen im Wiegetritt oder statt dessen eine Plattformgabel (hier lässt sich über das einstellbare Losbrechmoment festlegen wie viel Kraft aufgewendet werden muss bis die Gabel anspricht)
  • Steckachse bei Downhill-/ Freeridegabeln um die Steifigkeit zu erhöhen

Einstellung der Vorspannung

Komfortbiker

Stell Dich hinter den Lenker und stütz Dich so stark auf dem Lenker auf, dass die Fussspitzen gerade noch den Boden berühren. Der Federweg darf jetzt noch nicht ganz ausgenutzt sein. Eine kleine Reserve sollte schon bleiben.

Racebiker

Möglichkeit 1: Reiss beim Fahren das Vorderrad hoch und drücke es mit Wucht zurück auf den Boden. Die Gabel sollte jetzt kurz vor dem Durchschlagen sein.
Möglichkeit 2: Such Dir eine etwas breitere Regenrinne. Fahre mit mittlerer Geschwindigkeit durch und drücke die Gabel mit Wucht nach unten, wenn Du mit dem Vorderrad am tiefsten Punkt angelangt bist. Auch hier sollte die Gabel kurz vor dem Durchschlagen sein. Nur such Dir bitte keine tiefe Rinne aus, die genauso breit oder schmaler ist wie Dein Reifendurchmesser. Sonst bleibt Dein Vorderrad beim Runterdrücken hängen und gehst über den Lenker.

Einstellung der Zugstufe

Mit der Zugstufe regelst Du die Geschwindigkeit mit der die Gabel wieder ausfedert. Wenn Du sehr ruppige Pisten fährst, sollte die Gabel auch schnell wieder ausfedern um schnellstmöglich den maximalen Federweg wieder zur Verfügung stellen zu können. Gehts gemächlich über den Forstweg, dann kannst Du den Komfort erhöhen indem Du die Zugstufe so einstellst, dass die Gabel nach der Bodenwelle nicht ratzfatz zurückschnackt sondern langsam.

Einstellung der Druckstufe

Mit der Druckstufe kannst Du das Losbrechmoment der Gabel bestimmen. Ist die Druckstufe auf Null, braucht es gröbere Bodenwellen bis sie einfedert. Je stärker die Druckstufe ist, umso feinfühliger spricht sie an. Sie neigt dann allerdings auch im Wiegetritt schneller zum Wippen. Aber dafür gibts ja evtl. einen Lockout.

Was ist mit dem "Sag"?

Als "Sag" wird der Negativfederweg bezeichnet. Genaue Erläuterungen findest Du im Artikel zum Dämpfersetup. Wie beim Dämpfer sollte der Sag bei einer Federgabel zwischen 10 und 20 % liegen und auch die Vorgehensweise ist vergleichbar.

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