Dicke Schluffen zu fahren, muss bei entsprechendem Luftdruck nicht unbedingt mit mehr Rollwiderstand einhergehen. Da kommt es auch stark auf das Profil an.
Standard ist eine Reifen"dicke" von 2,1 Zoll. Diese Breite findest Du an Bikes für CrossCountry, Tour und Race sowohl an Hardtails als auch an Fullys. Sobald das Einsatzgebiet ruppiger wird, gehts rauf bis zu 2,5 Zoll. Vereinzelt werden auch noch 1,95 Zoll Reifen verbaut - z. B. wenn der Untergrund sehr schlammig ist. Durch die geringere Breite und entsprechend kleinere Auflagefläche entsteht ein höherer Anpressdruck, der zu mehr Grip führen kann.
Die Härte der Gummimischung spielt eine weitere, wesentliche Rolle. Weiche Reifen haben mehr Grip, sind aber auch schneller runter. Es gibt Rennreifen, die sind so weich, dass sie nach einem Lauf bereits verschlissen sind. Wer's Geld dazu hat... Die Reifentechnologie - so kann man es mittlerweile durchaus bezeichnen - hat sich in den letzten Jahren wesentlich weiter entwickelt. Nicht mehr nur der Durchmesser, das Profil oder die Gummimischung variieren - nein, es gibt Reifen die im Außenbereich eine andere Gummimischung haben als auf der Lauffläche, die Reifenflanke aus speziellem Gewebe ist und auch die Karkassen für besonderen Belastungen wie Durchstichen oder -schlägen ausgerichtet sind. Und das es das Ganze dann auch mal als Draht- oder Faltreifen gibt ist auch klar.
Allgemein lässt sich sagen: Für die Reifenwahl am besten mal die Websites von Herstellern ansehen und die Spezifikationen und Einsatzgebiete mit den eigenen Bedürfnissen abgleichen. Oder im Bikeshop die Gummis anfassen und beraten lassen. Es kommen auch in schöner Regelmäßigkeit Reifentests in einschlägigen Bikezeitschriften. Die Qual der Wahl halt. Eine allgemeine Empfehlung kann man kaum aussprechen.
Er hat entscheidende Auswirkungen auf die Pannenanfälligkeit eines Reifens, aber auch auf das Fahrverhalten des Bikes.
Fangen wir an mit der Pannenanfälligkeit. Je geringer der Druck, umso schneller schlägt was durch. Paradebeispiel ist der Snakebite. Den holt man sich z. B. gerne an einer Steinkante oder ähnlichem. Der Aufprall auf dem Stein drückt den Mantel so weit zusammen, dass sich der Schlauch zwischen Mantel und Felgenhorn verklemmt und regelrecht gelocht wird. Dünne Reifen (z.B. 1,95er) weisen einen geringeren Querschnitt auf als dickere. Also sollte man sie mit rel. hohem Druck fahren um ein Durchschlagen zu vermeiden. Um die 3,5 bar sind in Ordnung, aber immer auch vom Gewicht abhängig.
Dicke Schlappen dagegen sind voluminöser, bei fetten 2,5ern kann man ruhig mit 1,5 bar durch die Gegend rollen. Aber auch hier spielt das Fahrergewicht eine Rolle.
Das Fahrverhalten des Bikes und der Grip eines Reifens hängt vom Bodenkontakt ab. Bei wurzeligem Untergrund sollte sich das Reifenprofil am besten regelrecht um die Wurzel oder den dicken Stein klammern. Das geht nur bei niedrigerem Luftdruck, denn dann ist der Mantel entsprechend verformbar. Der Nachteil ist dabei ein höherer Rollwiderstand wenns nicht mehr so grob zugeht wie z. B. auf einem Forstweg - der Reifen verformt sich mehr durch die größere Auflagefläche. Diese hierfür notwendigen "Walkkräfte" schlucken Vortrieb. Hier sollte man einen höheren Druck fahren. Der Allround-Druck bei der Allround-Reifendicke von 2,1 Zoll und Allround-Fahrergewicht von ca. 72kg liegt bei 2,5 bis 3 bar. Hier halten sich Grip, Rollwiderstand und Pannenanfälligkeit im guten Verhältnis.
Was den Rollwiderstand angeht, bitte nicht denken das dicke Reifen schlechter rollen als dünne! Hier kommts immer auf den Reifendruck und das Profil des Reifens an - grobstollige rollen zumindest auf glatter Fläche schlechter als Slicks. Auch die Härte der Gummimischung hat Auswirkungen auf Grip und Rollwiderstand eines Reifens. Je brummiger ein Reifen auf Asphalt klingt, umso mehr Rollwiderstand versteckt sich. Allerdings bedeutet das im Gegenzug auch guten Grip im groben Gelände.
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