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Schrauben at Home

Kette auswechseln

Es gibt eine Faustregel: die Kette sollte nach ca. 1.000 km ausgetauscht werden um den Verschleiß durch eine ausgelutschte Kette an Ritzeln und Kettenblättern zu verhindern. Durch die beim Trampeln entstehenden Zugkräfte zieht sich die Kette mit der Zeit in die Länge. Gleichzeitig arbeiten sich die Kettenglieder durch die Reibung in die Ritzel ein. Je älter und ausgelutschter die Kette, umso schlimmer wird es. Irgendwann kommt der Punkt, wo die Kette beim Treten überspringt. Das tritt meistens zuerst bei den drei kleinsten Ritzeln des Ritzelpakets auf, weil sie am wenigsten Zähne aufweisen die dem Zug standhalten. Wenn Deine Kette überspringt, kannst Du schon Haiflossen aus den Zähnen erkennen.

Spätestens jetzt ist es Zeit für einen Kettenwechsel. Nur solltest Du es erst gar nicht so weit kommen lassen, denn wenn die Kette überspringt, kannst Du meist gleich ein neues Ritzelpaket und evtl. auch Kettenblätter kaufen, da die Kettenglieder der neuen Kette keinen Halt mehr auf den ausgelutschten Zähnen der alten Ritzel finden.

Du solltest also regelmäßig Deine Kette auf Verschleiß prüfen. Das kannst Du entweder mit einem Werkzeug machen (z. B. von Rohloff) oder folgendermaßen:
  • Zwei Kettenglieder gegeneinander verschieben, entgegen der üblichen Zugrichtung. Wenn Du ein Spiel fühlst, runter mit der Kette.
  • Biege die Kette seitwärts. Je weiter sie sich biegen lässt, umso verschlissener ist sie.
  • Zähl bei einer neuen Kette 20 Kettenglieder ab, mess die Läge und notiers Dir. Später kannst Du den Verschleiß durch Nachmessen beurteilen.

Bei der Kette gibts, wie bei so vielen anderen Bikeparts, unterschiedliche Versionen die je nach Equipment aufs Bike abgestimmt sein muss. Fangen wir mit dem Einfachsten an, der

Kettenbreite

Eine Kette für 10 oder 9fach Ritzelpakete ist schmaler als eine Kette für 7/ 8fach. Dementsprechend muss die Kette auf die Ritzel passen. Die Breite der Kette hat in erster Linie nur Einfluss auf das hintere Ritzelpaket, da der vordere Umwerfer für den Schaltvorgang anders ausgelegt ist und gröber arbeitet als das hintere Schaltwerk in Verbindung mit dem Ritzelpaket.

Kettenart

Bei Kettenblättern und Ritzeln mit dem Vermerk 'IG' dürfen nur IG-Ketten verwendet werden. Eine HG-Kette würde hängenbleiben. Allerdings können bei HG-Kettenblättern und Ritzeln auch IG-Ketten benutzt werden. IG und HG sind zwei Begriffe, die gerne mal für Verwirrung sorg(t)en. HG bedeutet Hyperglide und ist ein Begriff von Shimano.

Merkmale HG:

  • Umfasst nur die hinteren Ritzel.
  • Speziell konstruierte Zahnformen am Ritzel.
  • Weicherer Gangwechsel nur auf größere Ritzel.

Merkmale IG:

  • Umfasst das komplette Schaltsystem mit Kette, Kettenblättern, Ritzeln, Schaltwerk und Umwerfer.
  • Speziell konstruierte Zahnformen am Ritzel.
  • Weichere Gangwechsel auch auf kleine Ritzel möglich.

IG ist seit 1997 der Standard für alle Shimanogruppen. Es setzt eine IG-Kette voraus. Wird eine IG-Kette auf normalen Kettenblättern genutzt, kann sie abspringen. Allerdings hat IG auch den Nachteil, das die Kette schneller verschlissen ist.

Kette austauschen

Sofern Du Deine alte Kette austauschst und eine Vergleichsmöglichkeit hast, zähl einfach die Kettenglieder und kürze die neue Kette entsprechend. Bitte nicht einfach nur nebeneinanderlegen und kürzen, da sich die alte Kette gelängt hat!

Die optimale Kettenlänge kannst Du so ermitteln: Lege die Kette vorne um das kleinste Ritzel, hinten ebenfalls. Natürlich muss die Kette den üblichen Weg durchs Schaltwerk nehmen. Jetzt ziehst Du die beiden Enden so weit zusammen, dass das Schaltwerk leicht unter Spannung steht. Steck ein Stück Draht in die Kettenenden und fixier sie so:

Prüfen der korrekten Kettenlänge

Als Gegentest, kannst Du die Kette vorn um das größte Kettenblatt legen und hinten um das größte Ritzel. Das Schaltwerk darf jetzt nicht bis zum Bersten unter Spannung stehen.

Herauspressen eines Kettenniets Markier das entsprechende Kettenglied, bei dem die Kette gekürzt werden soll und schnapp Dir den Kettennieter. Jetzt drückst Du den Niet einfach aus der Kette heraus. Fertig mit dem Kürzen der Kette.

Einpressen eines Kettenniets

Alles hat ein Ende nur die Kette hat keins...

Setz den verstärkten Niet mit dem Führungsstift zuerst in die Kette ein und dreh ihn soweit in die Kette, bis er an beiden Enden gleichweit herausschaut.

neuen Kettenniet exakt einpressen

Achte beim Niet darauf, das er für die entsprechende Kettenbreite (7-/ 8- oder 9fach) geeignet ist!

Führungsstift des Kettenniets abbrechen Jetzt brichst Du einfach den Führungsstift mit einer Kombizange ab. Nimm bitte keine Knipperzange oder einen Seitenschneider, der könnte den Niet wieder herausziehen!

Das Gelenk dürfte jetzt etwas schwergängig sein. Einfach ein paar Mal hin- und herbiegen. Mit der Zeit wirds locker.
Ketteniet mit und ohne Führungsstift Bei vielen Ketten ist bereits ein verstärkter Niet auf einer Kettengliedseite eingebracht. Den kann man zwar verwenden, aber man bekommt ihn nur selten gerade in die Kette eingedrückt, da der Führungsstift (obere Kette) fehlt. Also einfach um das Kettenglied vorab kürzen und einen Niet mit Führungsstift benutzen.

Kettenpflege

Finger weg von fettlösenden Reinigungsmitteln! So ein Zeug verhunzt in Windeseile die Kette. Diese Reinigungsmittel entfernen nicht nur den Schmutz sondern auch das Kettenfett/ -öl an schwer zugänglichen Stellen.

schimpfender Smiley

Danach müsstest Du die Kette praktisch "in Öl einlegen" damit sie wieder ausreichend geschmiert ist. Und das geht ja wohl kaum. Und ist die Kette nicht ausreichend geschmiert, dann steigt der Verschleiss rapide an.

Am besten die Kette erst durch einen Lappen ziehen und den groben Dreck so abwischen um sie danach wieder neu zu fetten. Das reicht.

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