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Schrauben at Home

Kurbelgarnitur

In diesem Kapitel findest Du Informationen zur "klassischen" Kurbelgarnitur, bei der die Kurbelachse noch mit dem Innenlager fest verbunden ist und nicht mit dem Kurbelarm, wie es bei HollowTech II der Fall ist.

Montage

Bei der Montage einer Kurbelgarnitur muss die Kurbel auf die Achse des Tret-/ Innenlagers passen, logisch. Damit das klappt, müssen Tretlagerachse und Kurbel für Vielzahn (a) oder Vierkant (b) ausgelegt sein:

Für die Montage der Kurbeln benötigst Du lediglich einen Inbusschlüssel, mit dem Du die Kurbel auf die Tretlagerachse schraubst. Festgeschraubt wird auf beiden Seiten im Uhrzeigersinn. Ja, klingt logisch, ist aber beim Einschrauben des Tretlagers nämlich nicht so!

Bei Vierkantsystemen bitte kein Fett verwenden! Der Vierkant ist leicht konisch, d. h. wird zum Tretlagergehäuse hin dicker, damit sich die Kurbel beim Verschrauben festsetzt. Ist Fett im Spiel, wird die Kurbel über den eigentlich ausreichenden Punkt hinaus auf die Achse gedrückt. Das hat dann u. U. die Konsequenz, das sich die Achsaufnahme der Kurbel verformt. Bei Vielzahnsystemen kannst Du gerne etwas rumfetten.

Demontage

Einige Kurbeln, wie z. B. ältere Versionen der XTR von Shimano, bieten einen integrierten Kurbelabzieher. Einfach die Schraube auf beiden Seiten entgegen dem Uhrzeigersinn lösen und Kurbel abnehmen.

Andere Kurbeln bieten diese Feature leider nicht. Hier kommt der Kurbelabzieher ins Spiel:

(Für Vierkant-Systeme)

Dreh den Kurbelabzieher von Hand in das Gewinde der Kurbel, mit einem Schraubenschlüssel nachzuziehen ist nicht notwendig.

Den brauchst erst jetzt, im zweiten Schritt. Dreh die Schraube im Abzieher einfach so weit hinein, bis sich die Kurbel von der Achse gelöst hat. Brachiale Kräfte dürften Dir nicht entgegentreten.

Tipps

Mit der Kurbelgarnitur kann man das Gewicht eines Bikes ordentlich nach oben, aber auch nach unten treiben. Deshalb solltest Du darauf achten, das die Kurbeln hohlgeschmiedet sind, z. B. "Hollowtech" von Shimano. Gleichzeitig sind hohlgeschmiedete Kurbeln steifer, was zu einer besseren Kraftübertragung führt.

Zweiter "gewichtiger" Punkt sind die Kettenblätter. Bei billigen Kurbelgarnituren wird nur Stahl verbaut. Teurere Garnituren weisen zumindest zwei Alukettenblätter auf. Die Oberklasse hat Titankettenblätter oder einen Verbund aus Karbon und Titan. Leichter gehts kaum. - Keine Ahnung welches Kettenblatt aus schwerem Stahl ist und welches nicht? Einfach Magneten dranhalten.

Kurbeln gibts in zwei Standardlängen: 170mm und 175mm. Wer glaubt, mit der 175er Kurbel mehr Power auf die Ritzel bringen zu können, hat zwar recht. Aber der Unterschied liegt bei gerade mal 3-5 Nm.

Eine gute Kurbelgarnitur weist zwischen der Kurbel und dem größten Kettenblatt einen Splint auf. Der ist als Notfallsystem gedacht, wenn die Kette über das Kettenblatt hinausrutschen sollte. Da sich der Abstand Kurbel-Kettenblatt zur Tretlagerachse hin verringert, würde sich die Kette böse festklemmen wenn der Splint nicht da wäre. Mit Splint einfach einen Gang zurückschalten, weitertreten und schwupps ist die Kette wieder auf dem Kettenblatt. Das sollte allerdings nicht passieren, gegen Überrutschen der Kette kann man den Umwerfer entsprechend einstellen. Aber das kannst Du ja im Kapitel Schaltung nachlesen.

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