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Schrauben at Home

Schaltung

Die Schaltung vernünftig einzustellen fällt vielen Bikern schwer. Deshalb Geduld mitbringen und ruhig rumprobieren. So verstehst Du am ehesten die Funktion und die Tücken Deiner Schaltung.

Die Schaltung besteht aus Schalthebeln und Schaltwerk (hinten) sowie dem Umwerfer (vorne). An allen Komponenten bieten sich Möglichkeiten zum Einstellen. Und genau das macht die Abstimmung schwierig und dieses Kapitel auch etwas länger.

Wenn Du Dir neue Schaltungskomponenten kaufst, bau Dir keinen wirren Materialmix ans Bike. Eine optimale Abstimmung bekommst Du dann, wenn Du die entsprechende Gruppe komplett kaufst (z. B. Shimano Deore, SLX, XT oder XTR; SRAM 7.0, 8.0, 9.0 oder X.0; usw.). Man kann zwar einige Schaltungsparts mixen, aber je weiter die Gruppen auseinanderliegen umso größer wird das Risiko, das die Schaltung nicht optimal einstellbar ist. Gerade bei unterschiedlichen Herstellern ist Vorsicht und Fingerspitzengefühl erforderlich.

Schalthebel

verschiedene Schalthebel

Bei Schalthebeln gibt es verschiedene Varianten.  Im Bild oben von links nach rechts:

  • Daumenhebel (uralt und werden eigentlich nur noch bei Billig-Baumarkt-Rädern verbaut)
  • Rapidfire
  • Gripshift
  • Dual-Control

Unter Umständen ist der Brems- und Schalthebel eine Einheit, Schalt- und Bremshebel teilen sich ein Gehäuse. Die größtmögliche Verschmelzung sind "Dual-Control-Hebel" von Shimano, bei denen mit den Bremshebeln auch gleichzeitig geschaltet wird. Die Montage ist bei allen gleich. Auf den Lenker stecken, Bremsgriff danach aufstecken (Oder genau umgekehrt.). Die Schalthebel müssen in jedem Fall so montiert sein, dass Du alle beweglichen Teile gut erreichen kannst. Auch die Feineinstellschraube sollte möglichst gut zu drehen sein, denn es kommt öfters mal vor, dass Dir auf Tour ein Rattern der Schaltung zu Ohren kommt. Das ist meistens nichts wildes, die Schaltung hat sich nur leicht verstellt. Und für die Korrektur braucht man kein Werkzeug. Sofern Du die Schalthebel vernünftig montiert hast, kannst Du sogar während der Fahrt die Schaltung neu einstellen.

Feineinstellschraube eines Schalthebels Bevor Du mit dem Einstellen der Schaltung beginnst, solltest Du die Feineinstellschraube ganz hereindrehen und Dir diesen Punkt markieren (a). Dann drehst Du sie ganz heraus und markierst die Mitte (b). Das hilft Dir später bei der Einstellung der Schaltung, weil Du genau weist wie weit Du den Seilzug noch verkürzen oder verlängern kannst.

Bei vielen Schaltgriffen müssen, im Gegensatz zur abgebildeten Gripshift, diese Markierungen nicht auf dem Schaltgehäuse sondern auf dem Schraubengewinde angebracht werden. Du kannst natürlich auch ein Lineal nehmen und Dir merken bei wie viel Millimetern welche Position erreicht ist.

Umwerfer

So mancher Neukauf eines Umwerfers entpuppt sich als Fehlkauf, weil der Käufer nicht auf folgende Eigenschaften des Umwerfers geachtet hat:

  • Der Durchmesser der Schelle muss zum Durchmesser des Sitzrohrs passen.
  • Kommt der Seilzug von oben oder unten? Also Top- oder Downpull?

Bitte nicht versuchen, einen Umwerfer auf ein Sitzrohr mit zu geringem Durchmesser zu montieren und irgendwelche Gummiteile oder anderes dazwischenzustopfen. Dann funktioniert die Schaltung nie vernünftig, weil der Umwerfer beim Schalten ständig verrutscht. Gleiches gilt auch für den umgekehrten Fall.

Passenden Umwerfer zur Hand? Dann kanns losgehen.

Als erstes schraubst Du den Umwerfer pi mal Daumen locker am Sitzrohr fest. Jetzt richtest Du den Käfig so aus, dass er parallel zu den Kettenblättern verläuft.
Betätige den Umwerfer von Hand und schau Dir den Abstand zwischen dem Käfig und dem großen Kettenblatt an. Der Abstand sollte beim Wechsel auf das große Kettenblatt bei 1 bis 2 mm liegen. Passt? Dann die Schelle des Umwerfers festziehen.
Am Umwerfer befinden sich zwei Schrauben, mit denen Du den Bereich, in dem sich der Käfig hin und her bewegt, variieren kannst. Stell die Schrauben so ein, dass die Kette beim Schalten auf das kleine Kettenblatt nicht zwischen Kettenblatt und Rahmen rutscht. Da kann sie sich ganz ordentlich verklemmen und ist ohne Demontage der Kurbelgarnitur vielleicht nicht mehr rauszubekommen. Gleiches gilt beim Hochschalten. Hier sollte der Umwerfer die Kette nicht über das große Kettenblatt hinausheben.
Stell die Schaltung auf "kleines Kettenblatt", verleg den Seilzug und klemm ihn am Umwerfer fest. So locker wie auf dem Bild links darf der Seilzug allerdings nicht sein. Da musst Du nachspannen. Damit der Seilzug eine gute Vorspannung aufweist, gehst Du folgendermaßen vor:
  • Stell den Schalthebel so ein, dass er auf das kleine Kettenblatt schalten würde.
  • Dreh die Feineinstellschraube ganz rein.
  • Zieh kräftig am Seilzug und klemm ihn am Umwerfer fest.
  • Damit sich der Umwerfer beim Hochschalten sofort nach außen bewegt, wirst Du mit der Feineinstellschraube etwas nachspannen müssen.

Jetzt sollte die Schaltung vorne schon ganz gut funktionieren. Je nachdem musst Du die obigen Schritte wiederholen bis es richtig glatt läuft. Insbesondere das Herausfinden der notwendigen Anfangsposition der Feineinstellschraube vor dem Festklemmen des Seilzugs kann zwei oder drei Versuche brauchen. Denn sie sollte bei einer gut eingestellten Schaltung möglichst mittig sein, so dass Du sie bei Bedarf zum späteren Nachjustieren sowohl rein- als auch rausdrehen kannst. Das gilt natürlich für beide Schalthebel.

Schaltwerk

Beim Kauf eines Schaltwerks darauf achten, ob es für 7, 8, 9 oder 10fach Schaltsysteme ausgelegt ist!

Eigentlich nicht erwähnenswert: als erstes schraubst Du das Schaltwerk am Schaltauge fest. Erst dann verlegst Du den Seilzug:
  • Stell den Schalthebel so ein, dass er auf das kleinste Ritzel schalten würde.
  • Dreh die Feineinstellschraube ganz rein.
  • Zieh kräftig am Seilzug und klemm ihn am Schaltwerk fest.
  • Damit sich das Schaltwerk beim Runterschalten sofort nach innen bewegt, spannst Du mit der Feineinstellschraube etwas nach.

Je nach Schaltwerk kann es sein, dass Du am Schaltwerk selbst keine Feineinstellschraube findest. Hier musst Du dann die Justage über den Schalthebel vornehmen. Ansonsten hast Du zwei Möglichkeiten der Justage, was die Sache vereinfacht, da das erste Festklemmen des Seilzugs am Schaltwerk nicht ganz so 100%ig exakt sein muss.

Jetzt heißt es kurbeln, schalten und beobachten. Wenn nicht sauber geschaltet wird, einfach an der/den Feineinstellschraube(n) drehen und gucken was passiert. Nach einer Weile hast Du den Dreh im wahrsten Sinne des Wortes raus.

Am Schaltwerk ist eine kleine Schraube, die am Schaltauge anschlägt. Damit kannst Du die Kettenspannung beeinflussen. Wie beim Umwerfer findest Du auch die beiden anderen Schrauben zur Begrenzung des Schwenkbereichs damit die Kette nicht hinter das große oder vor das kleine Ritzel fällt.

In welche Richtung nochmal?

Es rappelt die Kette am laufenden Blatt... Du bist auf Tour und fragst Dich: "Soll ich die Feineinstellschraube jetzt rein- oder rausdrehen?" Dazu eine kurze Erklärung:

Beim Schalten auf ein größeres Ritzel (und auch Kettenblatt), wird Kraft benötigt und der Seilzug per Hebel verkürzt. Das Schalten auf ein kleineres Ritzel erfolgt per Feder (zumindest bei nicht-inversen Schaltwerken). Gerade bei Rapidfire-Schaltungen merkst Du das deutlich am Schalthebel. Einen Hebel brauchst Du nur antippen und es macht "klack", den anderen musst Du kräftig durchdrücken.

Wenn das Schalten auf ein größeres Ritzel nicht so funzt wie es soll, die Feineinstellschraube vom Schaltgehäuse herausdrehen. Das verlängert die Schalthülle und "verkürzt" damit den Seilzug. Gleiches gilt natürlich genau umgekehrt, wenn der Schaltvorgang auf ein kleineres Ritzel nicht klappt.

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