|
Die V-Brake hat die Cantilever-Bremse abgelöst und das mit Recht. Das schlimmste was einem als Biker früher passieren konnte war folgende Dreifaltigkeit: Cantilever-Bremsen, Stahlfelgen und Regen. Da ist man besser abgesprungen. Der große Vorteil der V-Brake gegenüber der Cantilever ist die Bremskraftübertragung auf die Felge. Bei der V-Brake ziehen sich die Bremsarme auf direktem Weg zusammen, bei der scheiß Canti (Entschuldigung...) wirkt die Hauptkraft nach oben, nicht auf die Felge. |
![]() |
Bei V-Brakes gibt es zwei unterschiedliche Varianten, was die Montage der Bremsklötze angeht.
|
![]() |
Bei der Konstruktion der Bremsarme gibt es hinsichtlich der Mechanik zwei Varianten.
Der Vorteil des parallelen Verschiebens liegt darin, das sich die Beläge gleichmäßig und nicht schräg abfahren. Man spart sich dadurch eine regelmäßige Nachjustage. Im Regelfall reichen aber auch V-Brakes mit starr befestigtem Bremsschuh. |
Die Aufnahmesockel für die Bremsarme müssen gesäubert und dann gefettet werden. Diesen ersten Montageschritt sollte man wiederholen, wenn die Bremsarme nach einiger Zeit des Bikens nicht mehr ganz so beweglich sind.
Die Bremsarme werden mit zunächst erst lose montierten Bremsklötzen aufgesteckt und mit der Befestigungsschraube auf dem Sockel fixiert. Hierbei darf die Schraube nicht zu lang sein, da sonst der Bremsarm zu locker sitzt und nicht nur in Richtung Felgenflanke beweglich ist sondern auch in Fahrtrichtung. Hier können bis zu einem gewissen Grad Unterlegscheiben gute Abhilfe leisten. Die Schraube ziehst Du mit Gefühl an, so dass der Bremsarm nicht zu locker aber auch nicht zu fest sitzt und noch zur Felgenflanke hin gut beweglich ist. Bitte beachte, dass der Splint der Rückholfeder auf beiden Seiten im gleichen Halterungsloch ist! Schau Dir dazu vorab bitte den Part "Feineinstellung der Bremsarme" an.
Wenn Deine Bremsklötze und -arme von der Befestigung her dem zweiten Foto von oben gleichen, werden die Klötze folgendermassen ausgerichtet:
Drück den Bremsarm so weit in Richtung Felgenflanke (bitte vorher den Sitz des Laufrades überprüfen) bis der Bremsklotz aufliegt. Jetzt kannst Du den Bremsklotz an der Kante der Felgenflanke ausrichten. Wichtig dabei ist, dass er weder den Reifen berührt, noch an der Felgenflanke übersteht. Jetzt ziehst Du die Schraube am Bremsklotz so an, dass er nicht mehr verrutscht.
Wenn Du alte V-Brakes hast funktioniert es ähnlich, ist allerdings wesentlich fummeliger.
Im nächsten Schritt verlegst Du die Seilzüge. Achte darauf, dass Du keine Schaltzüge nimmst oder Bremszüge von Rennrädern. Weitere Infos findest Du unter Seilzüge/ Tüllen.
Beim Verlegen der Züge sollte die Einstellschraube zur Feineinstellung am Bremsgriff mittig stehen.
Jetzt drückst Du die Bremsarme komplett auf die Felgenflanke und befestigst unter starkem Zug den Seilzug am Bremsarm.
"Hä?! Da brauch ich doch drei Hände! Eine für den Seilzug, eine für den Bremsarm und eine zum Festdrehen der Schraube! ..." Jaja. Wäre ganz praktisch, is' aber nich'. Also: mit der linken Hand Bremsarm randrücken, mit der rechten den Seilzug spannen und einlegen, mit der linken Hand jetzt auch noch den Seilzug festhalten und dann kann sich die rechte wieder um's Festziehen der Schraube kümmern... Jetzt tut sich natürlich nix mehr an den Bremsarmen, dafür drehst Du die Feineinstellschraube einfach in den Bremsgriff hinein, denn dadurch längt sich der Seilzug. Der Abstand Bremsklotz zur Felgenflanke sollte ca. 2-3 mm betragen.
Anfangs wird in den meisten Fällen die Rückstellung der Bremsarme nach der Bremsung asynchron sein. Ein Bremsarm geht munter nach außen, der andere bleibt wo er ist.
Das kann daran liegen, dass der Splint der Rückholfeder nicht auf beiden Seiten im gleichen Loch ist (je nach gewähltem Loch ist die Vorspannung größer oder kleiner). Oder die Feineinstellschraube, ist zumindest an einem Bremsarm vorhanden, muss justiert werden. Dreh einfach mal ein Stückchen rein oder raus, dann siehst Du was passiert.
Wenn Du jetzt los fährst, hast du ein Problem: die Bremsklötze halten keine einzige Bremsung aus. Dafür müssen sie noch festgezogen werden. Das birgt normalerweise das Problem, dass die Ausrichtung beim Festziehen der Schraube wieder über den Jordan geht. Also legst Du den Daumen längs über dem Bremsklotz und den Zeigefinger längs unter den Bremsklotz. So kannst Du der Drehbewegung beim Festziehen entgegenwirken. Dafür brauchst Du etwas Gefühl um nicht zu stark gegenzuhalten und die Ausrichtung dadurch zu verhunzen. Aber mit der Zeit hast Du den Bogen raus.
Das wars. In punkto Wartung dürfte in erster Linie stetig die Neuausrichtung und Synchronisation der Bremsarme auf Dich zukommen. Das haben V-Brakes leider so an sich.
Auch die Bremsklötze solltest Du Dir regelmäßig ansehen. Kanten, die durch Überstehen an der Felgenflanke entstanden sind, kannst Du mit einem scharfen Messer entfernen.
Aluminiumsplinte, die durch den Abrieb an der Felgenflanke entstanden sind, mit einem Nagel entfernen, da sie sonst die Felgenflanke immer weiter aufreiben. Sie können auch ein Hinweis darauf sein, dass Felgenflanke und Bremsklotz nicht füreinander geeignet sind. Ob Du einen Alusplint im Bremsklotz hast, kannst Du oftmals schon durch Zuhören beim Bremsen erkennen. Das Schleifgeräusch hört sich kratzig an.
Verwandte Themen:
Bike-Setup - Bremshebel
Bike-Setup - Körperhaltung
Schrauben at Home - Barends
Schrauben at Home - Bremshebel
Schrauben at Home - Griffe
Schrauben at Home - Hydraulische Felgenbremse
Schrauben at Home - Hydraulische Scheibenbremsen
Schrauben at Home - Magura HS33 2002
Schrauben at Home - Magura HS33 Evolution 2
Schrauben at Home - Magura HS33 entlüften und befüllen